Motoröl-Spezifikationen und Viskositätsklasseneinteilung


SAE - Viskositätsklassen sind weltweit gültig
SAE-Klassen sind Viskositätsklassen und keine Leistungs-Anforderungen!!!

Kfz-Motorenöle werden mit SAE-Klassen, die in die entsprechenden DIN-Normen übernommen wurden, beschrieben. Der Buchstabe W steht für Winter und definiert das Kälteverhalten. Derzeit ist SAE 0W die flüssigste Viskositätsklasse. Ein Öl der Viskositätsklasse  SAE 0W-40  verhält sich somit kalt wie  SAE 0W  und warm wie  SAE 40.
Viskositätseinteilung
max. Grenzpumptemperatur
   0W
- 40°C
   5W
- 35°C
 10W
- 30°C
 15W
- 25°C
 20W
- 20°C
 25W
- 15°C
Die Grenzpumptemperatur beschreibt die Einsatzgrenzen, bei denen eine ausreichende Durchölung des Motors noch gewährleistet ist. Die Kaltstartsicherheit liegt etwa 5°C über der Grenzpumptemperatur.
Bei Heißbetrieb bietet ein Öl der Klasse SAE  .. W-60 die größte Sicherheit. Hier werden die Viskositätsklassen bei 100°C und zusätzlich die HTHS (High Temperature  High Shear) -Viskosität bei 150°C und hohen Motordrehzahlen bestimmt.   SAE-Klassen  20, 30, 40, 50, 60
ACEA - Kennzeichnung und Klassifikationen von Motorölen gelten für europäische Fahrzeuge unter europäischen Betriebsbedingungen.
Klasseneinteilung
Bedeutung
 Klasse  A
Motoröl für Benzin-Pkw-Motoren
 Klasse  B
Motoröl für Diesel-Pkw-Motoren und leichte Nutzfahrzeuge
 Klasse  C
Motoröl für Otto- und Diesel-Pkw-Motoren und leichte Nfz mit Abgasregelung
 Klasse  E
Motoröl für schwere Nutzfahrzeug-Dieselmotoren
Weiterhin gibt es unterschiedliche Leistungsstufen innerhalb einer A, B, C oder E Klasse.
Leistungsstufen
Bedeutung

 A1; B1
Standardqualität, normale Ölwechselintervalle
 A2; B2
( wurde gestrichen )
 A3; B3
Hochleistungsöl, verlängerte Ölwechselintervalle sind möglich
 B4
wie B3, aber auch für Diesel-Direkteinspritzer
 A5; B5
wie A3, B4 aber abgesenkte HTHS ( 2,9 - 3,5 )

 C1
Hohes Qualitätsniveau für DPF und TWC, lowest SAPS, HTHS ( 2,9 - 3,5 )
 C2
Hohes Qualitätsniveau für DPF und TWC, low SAPS, HTHS ( 2,9 - 3,5 )
 C3
Hohes Qualitätsniveau für DPF und TWC, low SAPS, HTHS > 3,5
 C4
Hohes Qualitätsniveau für DPF und TWC, low SAPS, HTHS > 3,5

 E1
( nicht mehr gültig )
 E2
( nicht mehr gültig )
 E3
( wurde gestrichen )
 E4
sehr schwerer Einsatz, verlängerte Ölwechselintervalle möglich
 E5
( wurde gestrichen )
 E6
Low SAPS für Motoren mit Abgasnachbehandlung per EGR, SCR und DPF
 E7
Low SAPS für Motoren mit Abgasnachbehandlung per EGR, SCR
 E9
Low SAPS für Motoren mit DPF

Beispiel 1 : ( A1; B1; E2  )
Universalmotoröl für Pkw-Benzin und Dieselmotoren sowie für schwere Nutzfahrzeuge mit normalen Betriebsbedingungen und normalen Ölwechselintervallen.
Beispiel 2 : ( A3; B3 )
Hochleistungsöl für Pkw-Benzin und Dieselmotoren, verlängerte Ölwechselintervalle sind möglich. ( nicht für schwere Nutzfahrzeuge )

( SAPS )
( TWC )
( DPF )
( EGR )
( SCR )
( HTHS )

Sulfat-Asche Phosphor Schwefel
Drei Wege Katalysator
Diesel-Partikelfilter
Abgas-Rückführung
Selektive Katalysator Reduktion
High Temperature  High Shear   ( siehe oben )
Freigaben - sind Fahrzeug-Hersteller-Freigaben für bestimmte Motor- und Getriebe-Öle
Einige Kfz-Hersteller stellen zusätzliche Leistungs-Anforderungen an Motoröle, die über die Anforderungen von ACEA hinausgehen. Dazu gehören unter anderem : BMW, Ford, MAN, Mercedes-Benz, Opel, Porsche, Scania, Volvo und VW. Diese Fahrzeug-Hersteller-Freigaben sind (sofern das jeweilige Öl vom Fahrzeughersteller freigegeben ist) ebenfalls auf den jeweiligen Gebinden angegeben. Die Aussage "entspricht ...", ist keine Freigabe. Im einzelnen finden Sie die genauen Anforderungen für Ihr Fahrzeug in der Betriebsanleitung.

Beispiel : ( VW-Norm 506.01 )
Motoröl für Dieselmotoren von VW mit Pumpe-Düse-Einspritzung und LongLife-Service. (Wartungsintervall-Verlängerung)
Nicht nur aus Gewährleistungsgründen heraus sollte man sich stets an die Kfz-Herstellerangaben halten. Einige Motoröl-Qualitäten sind sogar zwingend vorgeschrieben, ansonsten sind erhöhter Verschleiß und daraus resultierende frühzeitige Motorschäden vorprogrammiert. Auch Ölwechselintervalle sollten nicht eigenmächtig verlängert werden, wenn dies nicht ausdrücklich vom Kfz-Hersteller  genehmigt ist. Für Wartungsintervallverlängerung (WIV) entwickelte Motoröle erfüllen  jedoch die Voraussetzungen dazu.
API - Kennzeichnung und Klassifikationen von Motorenölen gelten für amerikanische Motoren unter amerikanischen Fahrbedingungen. ( Importfahrzeuge aus USA, Japan, Korea )
Klasseneinteilung
Bedeutung
 S - Klassen
Motoröl für Ottomotore überwiegend Benzinmotoren
 C - Klassen
Motoröl für Dieselmotoren (Schwerpunkt Nutzfahrzeuge)
Die folgenden Buchstaben kennzeichnen das jeweilige Leistungsprofil.
Leistungsprofil
Bedeutung

 SN
seit 2010 gültig ( höchste Klasse, deckt die Anforderungen früherer Klassen ab )
 SM
seit 2005 gültig
 SL
seit 2001 gültig
 SJ
seit 1996 gültig
 SC, SD, SE, SF, SG, SH
( ausgelaufen )

 CJ-4
seit 2006 gültig ( ersetzt CI-4+ )
 CI-4+
seit 2005 gültig ( ersetzt auch CI-4, CH-4, CG-4, CF-4 )
 CI-4
seit 2002 gültig ( ersetzt auch CH-4, CG-4, CF-4 )
 CH-4
seit 1998 gültig ( ersetzt auch CG-4, CF-4 )
 CC, CD, CD-II, CE, CF, CF-2, CF-4, CG,4
( ausgelaufen )

 
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